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Gestaltung der Gedenkwand zum Thema Holocaust, Geschichtsprojekt mit Ryan Lilienthal und weitere Unternehmungen der Abschlussklassen im Rahmen des Gesellschaftslehreunterrichts

Nach der Exkursion zur Gedenkstätte Buchenwald Ende des letzten Jahres, die von der Max-Liebster-Stiftung stets großzügig gefördert wird, gestaltete die Klasse 10aR im Rahmen eines Geschichtsprojektes eine Gedenkwand zum Thema „Buchenwald“. Ein weiterer wichtiger Bestandteil sollte eine Erinnerung an jüdische Menschen aus dem Lautertal werden. So wird Max Liebster aus Reichenbach und der Familie Israel mit Hilfe einer Fotowand gedacht. In der Mitte der Fotoausstellung befindet sich ein Gemälde der alten Synagoge in Reichenbach, in der die abgebildeten Menschen ihren Glauben leben konnten. Die künstlerische Gestaltung der Wand wurde durch den WPU-Kurs „Kunst und Design Klasse 10“ und Herrn Felix Hartkorn unterstützt.

Das Bildmaterial der Familie Israel stellte ein Verwandter aus New Jersey, Ryan Lilienthal, zur Verfügung. Es stellte sich als genialer Zufall heraus, dass dieser gerade für zwei Monate in Deutschland weilte, um an mehreren Schulen ein Kunstprojekt durchzuführen. So stellte er mit den Schülern „Bricks“ aus Porzellan her, die die Form eines Backsteins aus dem Tonwerk Heppenheim haben. In diesem Tonwerk musste sein Großonkel Theodor Israel Zwangsarbeit leisten. Nachdem der Porzellan-Ton in die Form modelliert wurde, schrieben die SchülerInnen einen für sie maßgeblichen Begriff zum Thema „Zugehörigkeit“ hinein. Anschließend wurden alle Backsteine zunächst in Höchst gebrannt, um sie dann mit Leuchtmittel zu versehen. Gemeinsam mit Originalbacksteinen aus dem Tonwerk Heppenheim wurden sie schließlich im Staatsarchiv in Darmstadt in einem künstlerisch gestalteten Mahnmal arrangiert. Die Klassenlehrerin Yvonne Wichmann und einige Schülerinnen besuchten diese Ausstellung und staunten über die verschiedenen Werke von ca. 140 SchülerInnen aus sechs verschiedenen Schulen. Mittlerweile sind die Steine der 10aR wieder zurück an der Schule und werden als bedeutender Bestandteil in die Holocaust-Gedenkwand integriert.

Ein besonderes Ereignis war der Besuch von Ryan Lilienthal und seiner Frau Rachel im Geschichtsunterricht der Klasse. Er berichtete mit Hilfe einer Powerpoint-Präsentation, wie er auf die Geschichte seiner Verwandten im Lautertal aufmerksam wurde und wie er „the little village in the country“ (so nannte seine Großmutter Elmshausen) gefunden hatte. Dies war besonders spannend für die SchülerInnen der Klasse, da Ryan Lilienthal ausschließlich Englisch sprach und die SchülerInnen merkten, dass sie sich in der Fremdsprache gut verständigen konnten. Sie stellten Fragen zu dem Gedenkprojekt, aber auch zur politischen Situation in den USA.

Die 9. Klassen der Hauptschule unternahmen im Rahmen des GL-Unterrichts einen Ausflug nach Frankfurt ins Eintracht-Museum, wo sie sich mit dem Thema „Gleichschaltung und Ausgrenzung jüdischer SportlerInnen“ auseinandersetzten.

Eine letzte Veranstaltung für alle Abschlussklassen der Mittelpunktschule bildete ein Vortrag mit anschließendem Gespräch mit Carmen Spitta. Sie ist Teil der Sinti-Gemeinde In Frankfurt und berichtete eindrücklich, was ihren Vorfahren in der Zeit des Nationalsozialismus in verschiedenen Konzentrationslagern angetan wurde. 

Dieses Projekt soll zeigen, dass das Fach Geschichte nicht nur das Lesen schriftlicher Quellen beinhaltet, sondern vielmehr über das Leben der Menschen um uns herum aus nicht allzu ferner Zeit berichtet. Es geschahen schreckliche Dinge und die Erinnerung daran und deren Bewusstmachung sollen helfen, dass es in Zukunft nie wieder so weit kommen darf.

Fotoserien

Buchenwaldwand (DO, 12. März 2026)

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